Häufige Fragen zum Ablauf der Umschulung
Wie lange dauert die Umschulung zum Lokführer?
Bei uns dauert die Umschulung zum Triebfahrzeugführer — im Bahnjargon kurz „Tf“ — 12 Monate in Vollzeit: 9 Monate Theorie in Hamm, danach 3 Monate Praxis am Simulator und bei Eisenbahnverkehrsunternehmen. Zum Vergleich: Die klassische Erstausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst dauert 3 Jahre. Die Umschulung ist damit der deutlich schnellere Weg für Erwachsene, die bereits im Berufsleben stehen.
Was kostet mich die Umschulung — ist sie wirklich kostenlos?
Für dich in der Regel ja. Die Qualifizierung ist AZAV-zertifiziert und damit zu 100 % über einen Bildungsgutschein förderbar — etwa durch die Agentur für Arbeit, das Jobcenter oder die Deutsche Rentenversicherung. Der Bildungsgutschein deckt die kompletten Lehrgangskosten ab. Wir begleiten dich bei der Antragstellung und bereiten dich auf das Gespräch mit deiner Arbeitsvermittlung vor.
Wovon lebe ich während der Umschulung — gibt es ein Gehalt?
Ein Ausbildungsgehalt gibt es während der geförderten Umschulung nicht. Dein Lebensunterhalt bleibt aber abgesichert: Arbeitslosengeld oder das Grundsicherungsgeld (seit dem 1. Juli 2026 der Nachfolger des Bürgergeldes) laufen in der Regel während der gesamten 12 Monate weiter, und die Lehrgangskosten trägt der Kostenträger. Nach dem Abschluss startest du je nach Unternehmen und Tarif meist mit etwa 2.600 bis 3.200 Euro brutto im Monat — plus Schicht-, Nacht- und Wochenendzulagen.
Wann findet die Tauglichkeitsuntersuchung statt — und was wird geprüft?
Die Tauglichkeitsuntersuchung nach der Triebfahrzeugführerscheinverordnung (TfV) absolvierst du vor dem Start der Ausbildung. Arbeitsmediziner prüfen unter anderem Seh- und Hörvermögen sowie deine allgemeine Gesundheit; dazu kommt eine psychologische Eignungsuntersuchung mit Konzentrations-, Reaktions- und Merkfähigkeitstests. Wir erklären dir vorab genau, was dich erwartet, damit du entspannt hingehen kannst.
Kann ich für den Eignungstest üben?
Der psychologische Eignungstest misst Konzentration, Reaktionsvermögen und Merkfähigkeit — Fähigkeiten, die sich kaum kurzfristig antrainieren lassen. Ausgeschlafen, nüchtern und entspannt zu erscheinen bringt mehr als tagelanges Üben. Im Erstgespräch gehen wir den Ablauf der Untersuchung gemeinsam durch, damit dich am Testtag nichts überrascht.
Kann ich ohne abgeschlossene Berufsausbildung Lokführer werden?
Ja. Für die Umschulung reicht in der Regel ein Abschluss der Sekundarstufe I, zum Beispiel der Hauptschulabschluss. Wichtiger als Zeugnisse sind Zuverlässigkeit, Konzentrationsfähigkeit und die bestandene Tauglichkeit nach TfV — alles Fachliche lernst du in den 12 Monaten bei uns von Grund auf.
Gibt es eine Altersgrenze für die Umschulung zum Lokführer?
Nach unten solltest du in der Regel mindestens 20 Jahre alt sein. Nach oben gibt es keine feste Altersgrenze — entscheidend ist nicht dein Geburtsjahr, sondern die bestandene Tauglichkeitsuntersuchung nach TfV, die immer individuell beurteilt wird. Auch mit Brille oder kleineren gesundheitlichen Einschränkungen ist die Umschulung häufig möglich; pauschale Ausschlüsse gibt es nur selten. Viele Teilnehmende starten als Quereinsteiger mitten im Berufsleben noch einmal neu.
Ich fahre heute LKW — lohnt sich der Umstieg auf die Schiene?
Der Wechsel vom LKW-Fahrer zum Lokführer gehört zu den häufigsten Quereinstiegen in den Beruf — aus gutem Grund: Du bringst Verantwortung für Mensch und Fahrzeug, Schichterfahrung und konzentriertes Fahren über lange Strecken bereits mit. Dazu kommen auf der Schiene planbare Dienste, Tarifbindung und ein Arbeitsmarkt, der Triebfahrzeugführer dringend sucht.
Wie stehen meine Chancen auf einen Job nach der Umschulung?
Sehr gut. Triebfahrzeugführer werden bundesweit dringend gesucht, und nach deinem erfolgreichen Abschluss unterstützen wir dich mit unserer Jobgarantie aktiv bei der Vermittlung an ein Eisenbahnverkehrsunternehmen. Deine anerkannten Teilqualifikationen nach TfV sind im Personen- wie im Güterverkehr gefragt — gerade auch im Ruhrgebiet rund um Hamm und Dortmund, wo regelmäßig neue Verkehrsverträge und Betreiber zusätzliches Personal aufbauen.
Deutsch ist nicht meine Muttersprache — reicht mein Sprachniveau?
Für die Ausbildung brauchst du Deutschkenntnisse auf mindestens B1/B2-Niveau, denn Unterricht, Vorschriften und der Funkverkehr im Bahnbetrieb sind auf Deutsch. Perfektes Deutsch ist nicht nötig — viele unserer Teilnehmenden haben eine internationale Biografie. Im Erstgespräch schätzen wir gemeinsam ein, ob dein Sprachniveau ausreicht.
Findet die Umschulung auch in Teilzeit statt?
Unsere Qualifizierung ist ein Vollzeitprogramm von Montag bis Freitag — nur so ist der Abschluss in 12 Monaten realistisch. Wenn Vollzeit für dich aktuell schwierig ist, etwa wegen familiärer Verpflichtungen, sprich uns trotzdem an: Wir beraten dich ehrlich zu deinen Möglichkeiten und zum passenden Zeitpunkt für den Start.