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Prüfung

Die Lokführer-Prüfung

Theorie, Praxis und der Weg zum Triebfahrzeugführerschein - was am Ende der Ausbildung geprüft wird.

Am Ende der Umschulung steht keine einzelne große Prüfung, sondern ein gestaffelter Nachweis Ihrer Qualifikation. Geprüft wird theoretisches Wissen ebenso wie die Fähigkeit, ein Fahrzeug sicher zu bedienen - und zwar nach den Vorgaben der Triebfahrzeugführerscheinverordnung.

Diese Seite erklärt, was geprüft wird, wie die Prüfungen aufgebaut sind und welche Dokumente Sie danach in der Hand halten. Denn der Triebfahrzeugführerschein allein reicht nicht, um loszufahren - dazu gehört ein zweiter Baustein, den viele nicht kennen.

Der theoretische Teil

Der theoretische Prüfungsteil deckt das gesamte Fachwissen ab, das im Führerstand sicherheitsrelevant ist. Das ist der umfangreichere Block und der Grund, warum neun der zwölf Monate auf Theorie und Simulator entfallen.

  • Eisenbahnbetriebsdienst und die Fahrdienstvorschrift
  • Signalkunde: Bedeutung, Standort und richtiges Handeln
  • Fahrzeugkunde: Aufbau, Technik und Bedienung der Triebfahrzeuge
  • Bremsen und Bremsberechnung
  • Zugbeeinflussungssysteme und ihr Verhalten im Störungsfall
  • Verhalten bei Unregelmäßigkeiten, Störungen und Notfällen

Der praktische Teil

In der praktischen Prüfung zeigen Sie, dass Sie das Gelernte am Fahrzeug umsetzen. Dazu gehören die Vorbereitung des Triebfahrzeugs, die technische Kontrolle vor der Fahrt, das sichere Führen des Zuges und der Umgang mit Situationen, die vom Regelbetrieb abweichen.

Auf diesen Teil bereitet das Simulatortraining gezielt vor. Am Zusi-Simulator lassen sich Situationen üben, die im realen Betrieb selten sind, aber genau dann sitzen müssen - Störungen, Signalfälle und Notfallabläufe. Wer sie mehrfach durchgespielt hat, geht ruhiger in die Prüfung.

Zwei Dokumente, nicht eins

Hier liegt ein weit verbreitetes Missverständnis. Um einen Zug zu führen, brauchen Sie zwei Nachweise, und sie kommen von unterschiedlichen Stellen:

Der Triebfahrzeugführerschein bescheinigt Ihre persönliche Qualifikation. Er ist EU-weit einheitlich gestaltet, wird vom Eisenbahn-Bundesamt erteilt und gehört Ihnen - er bleibt bei einem Arbeitgeberwechsel gültig.

Die Zusatzbescheinigung erteilt dagegen Ihr Eisenbahnverkehrsunternehmen. Sie legt fest, welche Fahrzeuge Sie führen dürfen und auf welchen Strecken. Sie ist an das Unternehmen gebunden - bei einem Wechsel wird sie beim neuen Arbeitgeber neu erworben, während der Führerschein bestehen bleibt.

  • Triebfahrzeugführerschein: persönlich, EU-weit einheitlich, vom Eisenbahn-Bundesamt
  • Zusatzbescheinigung: fahrzeug- und streckenbezogen, vom jeweiligen Eisenbahnverkehrsunternehmen

Nach der Prüfung: es bleibt nicht dabei

Mit der bestandenen Prüfung ist die Qualifikation nicht abgeschlossen, sondern beginnt ihren Erhaltungszyklus. Triebfahrzeugführer nehmen regelmäßig an Fortbildungen teil und weisen ihre Kenntnisse wiederkehrend nach. Auch die Tauglichkeit wird in festen Intervallen erneut untersucht.

Das klingt nach Aufwand, hat aber einen praktischen Vorteil: Ihre Qualifikation bleibt aktuell und Ihr Marktwert stabil. Wer zusätzliche Traktionsarten, LZB oder weitere Strecken erwirbt, erweitert seinen Einsatzbereich und damit die Auswahl an möglichen Arbeitgebern.

Wie wir Sie auf die Prüfung vorbereiten

Prüfungsvorbereitung ist bei uns kein Block am Ende, sondern läuft über die gesamten zwölf Monate mit. Wir arbeiten in kleinen Gruppen, sodass Wissenslücken früh sichtbar werden und geschlossen werden können, statt bis kurz vor der Prüfung unbemerkt zu bleiben.

Wenn eine Prüfung nicht auf Anhieb bestanden wird, ist das kein Ausschluss: Wiederholungen sind möglich. Unser Ziel ist aber, dass es gar nicht erst so weit kommt - deshalb schauen wir früh hin.

Häufige Fragen — Die Lokführer-Prüfung

Aus welchen Teilen besteht die Lokführer-Prüfung?

Aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Die Theorie umfasst Betriebsdienst, Signalkunde, Fahrzeugkunde, Bremsen und Zugbeeinflussung; im praktischen Teil weisen Sie die sichere Bedienung und Führung des Triebfahrzeugs nach.

Wer nimmt die Prüfung ab und wer stellt den Führerschein aus?

Die Prüfungen erfolgen nach den Vorgaben der Triebfahrzeugführerscheinverordnung. Den Triebfahrzeugführerschein erteilt das Eisenbahn-Bundesamt; die fahrzeug- und streckenbezogene Zusatzbescheinigung erteilt Ihr Eisenbahnverkehrsunternehmen.

Was ist der Unterschied zwischen Führerschein und Zusatzbescheinigung?

Der Triebfahrzeugführerschein bescheinigt Ihre persönliche Qualifikation und bleibt bei einem Arbeitgeberwechsel gültig. Die Zusatzbescheinigung legt fest, welche Fahrzeuge und Strecken Sie konkret fahren dürfen, und ist an das jeweilige Unternehmen gebunden.

Was passiert, wenn ich die Prüfung nicht bestehe?

Prüfungen können wiederholt werden. Weil wir in kleinen Gruppen unterrichten, erkennen wir Schwierigkeiten in der Regel deutlich vor dem Prüfungstermin und arbeiten gezielt daran.

Hilft der Simulator bei der praktischen Prüfung?

Ja, sehr. Am Zusi-Simulator lassen sich Störungen, Signalfälle und Notfallabläufe wiederholt üben - also genau die Situationen, die im Alltag selten vorkommen, in der Prüfung und im Ernstfall aber sitzen müssen.

Muss ich mich nach der Prüfung weiter fortbilden?

Ja. Triebfahrzeugführer nehmen regelmäßig an Fortbildungen teil und weisen ihre Kenntnisse wiederkehrend nach; auch die Tauglichkeit wird in festen Intervallen erneut untersucht. Zusatzqualifikationen wie LZB oder weitere Traktionsarten erweitern zusätzlich Ihren Einsatzbereich.

Gut vorbereitet in die Prüfung

Kleine Gruppen, Simulatortraining und Dozenten aus der Praxis - so bereiten wir Sie auf die Prüfung vor. Lernen Sie uns montags um 10:00 Uhr in Hamm kennen oder rufen Sie an: 02381 / 795 86 12.