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Lokführer werden mit Tattoo oder Vorstrafe?

Was gesetzlich zählt, was reine Arbeitgeber-Sache ist — und warum der Autoführerschein für den Zug keine Rolle spielt, das Flensburg-Konto aber schon geprüft wird.

Tattoo, Piercing, ein alter Eintrag im Führungszeugnis oder Punkte in Flensburg — reicht das schon, um als Lokführer abgelehnt zu werden? In den meisten Fällen nicht. Wichtig ist, zwei Dinge auseinanderzuhalten: Was das Gesetz verlangt und was allein der Arbeitgeber regelt.

Diese Seite ordnet die häufigsten Fragen ehrlich ein. Sie ersetzt keine Rechtsberatung; ob im Einzelfall etwas entgegensteht, hängt von den konkreten Umständen ab.

Tattoos und Piercings: kein gesetzliches Hindernis

Die Triebfahrzeugführerscheinverordnung erwähnt Tattoos und Piercings nicht — für den Führerschein selbst sind sie ohne Bedeutung. Ob sichtbare Tätowierungen im Dienst getragen werden dürfen, ist eine Frage des Erscheinungsbild-Regelwerks des jeweiligen Unternehmens und fällt von Arbeitgeber zu Arbeitgeber unterschiedlich aus.

Eine Grenze gilt überall: beleidigende, diskriminierende oder verfassungsfeindliche Motive sind ein Problem — sie können sogar die Zuverlässigkeit berühren. Abgesehen davon ist ein Tattoo kein Grund, den Beruf nicht zu ergreifen.

Vorstrafe: die Frage der Zuverlässigkeit

Das Gesetz verlangt, dass Sie für die Tätigkeit zuverlässig sind (§ 5 TfV). Die Zuverlässigkeit fehlt laut Verordnung insbesondere dann, wenn eine Suchterkrankung vorliegt oder erheblich beziehungsweise wiederholt gegen verkehrsrechtliche Vorschriften verstoßen wurde.

Eine Vorstrafe beendet den Weg also nicht automatisch. Entscheidend sind Art, Schwere, Aktualität und Bezug der Tat: Sicherheits-, Verkehrs-, Alkohol-, Drogen-, Gewalt- oder Vermögensdelikte wiegen schwer, während unbedeutende oder lange zurückliegende Sachen kaum ins Gewicht fallen.

Führungszeugnis: was überhaupt drinsteht

Arbeitgeber verlangen üblicherweise ein polizeiliches Führungszeugnis ohne relevante Einträge. Nicht jede Verurteilung erscheint dort: Unterhalb bestimmter Grenzen — in der Regel 90 Tagessätze Geldstrafe oder drei Monate Freiheitsstrafe — wird ein einzelner Eintrag im einfachen Führungszeugnis gar nicht ausgewiesen. Und Einträge werden nach festen Fristen von meist drei, fünf oder zehn Jahren wieder getilgt; danach gelten sie für diesen Zweck als nicht mehr vorhanden.

Flensburg, Führerschein und Schufa

Einen Autoführerschein brauchen Sie zum Zugfahren nicht — der Triebfahrzeugführerschein ist eine eigene, davon unabhängige Erlaubnis. Ganz ohne Bedeutung ist Ihr Verkehrsverhalten aber nicht: Für die Zuverlässigkeitsprüfung wird das Fahreignungsregister in Flensburg herangezogen. Ein bis zwei Punkte sind dabei in der Regel kein K.-o.-Kriterium; schwere Verstöße, vor allem Alkohol- oder Drogenfahrten, wirken sich dagegen negativ aus. Eine Schufa-Auskunft spielt für die Bewerbung als Lokführer üblicherweise keine Rolle.

Alkohol und Drogen: die klare Grenze

Beim Thema Suchtmittel hört die Nachsicht auf. Eine Suchterkrankung schließt die Zuverlässigkeit ausdrücklich aus und wird auch in der medizinischen Untersuchung bewertet. Im Dienst gilt für sicherheitsrelevantes Personal Null-Toleranz. Frühere oder aktuelle Suchtprobleme sind damit der Punkt, der sich über alle Prüfungen hinweg am stärksten auswirkt.

Häufige Fragen — Lokführer werden mit Tattoo oder Vorstrafe?

Kann ich mit Tattoos Lokführer werden?

Ja. Ein gesetzliches Hindernis gibt es nicht — Tattoos stehen nicht in der Triebfahrzeugführerscheinverordnung. Ob sichtbare Tätowierungen im Dienst erlaubt sind, richtet sich nach dem Erscheinungsbild-Regelwerk des Arbeitgebers. Beleidigende oder verfassungsfeindliche Motive sind überall ein Problem.

Schließt eine Vorstrafe den Beruf aus?

Nicht automatisch. Maßgeblich ist die Zuverlässigkeit nach § 5 TfV. Es kommt auf Art, Schwere, Aktualität und Bezug der Tat an. Suchterkrankungen sowie erhebliche oder wiederholte Verkehrsverstöße sind die ausdrücklichen Ausschlussgründe.

Welches Führungszeugnis wird verlangt?

In der Regel ein polizeiliches Führungszeugnis ohne relevante Einträge. Kleinere Verurteilungen unterhalb bestimmter Grenzen erscheinen dort nicht, und Einträge werden nach festgelegten Fristen getilgt.

Brauche ich einen Autoführerschein, um Lokführer zu werden?

Nein. Der Triebfahrzeugführerschein ist eine eigene Erlaubnis und unabhängig vom Pkw-Führerschein. Ihr Verkehrsverhalten wird für die Zuverlässigkeit aber über das Flensburger Register geprüft.

Spielt die Schufa bei der Bewerbung eine Rolle?

Für den Beruf des Lokführers üblicherweise nicht. Eine Schufa-Auskunft ist bei Bewerbungen kein Standard und für die Tätigkeit im Führerstand nicht einschlägig.

Unsicher, ob etwas im Weg steht?

Am besten klären wir Ihre Fragen persönlich und vertraulich. Kommen Sie montags um 10:00 Uhr zur kostenlosen Infoveranstaltung nach Hamm oder rufen Sie uns unter 02381 / 795 86 12 an.